28. Juni 2026
Die Euphorie im Lager der Rapperswiler Schwinger war gross, als Simon Fäh kurz vor Mittag den Glarner Eidgenossen Roger Rychen ins Sägemehl bettete. Dem Husarenstück waren zwei erfolgreiche Gänge gegen die Kantonalkranzer Patrik Schiesser und Pirmin Kolb vorausgegangen. Fäh trat die Mittagspause überraschend im zweiten Zwischenrang an.
Die fulminante Vormittagsleistung wirkte sich erwartungsgemäss auf die weitere Einteilung aus. Nach dem Mittagessen erhielt Fäh mit Domenic Schneider einen weiteren Eidgenossen zugeteilt. Der 19-jährige hielt gegen das Thurgauer Schwingerschwergewicht lange dagegen; schliesslich musste er sich aber geschlagen geben.
Fäh liess sich nicht beirren. Im fünften Gang legte er den Kantonalkranzer Patrick Rüegg platt auf den Rücken, womit der Teilverbandskranz in greifbare Nähe rückte. Im sechsten Gang zeigte er gegen den Kantonalkranzer Nando Joos nochmals einen engagierten Kampf und sicherte sich mit einem fünften Sieg verdient seinen ersten Teilverbandskranz.
In der Schlussrangliste belegte Fäh schliesslich den 3. Rang und liess damit unter anderem Schwingerkönig Armon Orlik (Rang 5b) sowie weitere Eidgenossen wie Domenic Schneider (4a), Fabian Staudenmann (4b) und Christian Biäsch (4d) hinter sich.
«Unsere Freude über diese Leistung ist riesig», erklärte Adi Oertig, Präsident des Schwingerverbands Rapperswil und Umgebung, am Abend. Erst in dieser Saison hatte Simon Fäh, Sohn des dreifachen Eidgenossen Bruno Fäh, seine ersten beiden Kantonalkränze gewonnen: am Glarner-Bündner Kantonalschwingfest und am St. Galler Kantonalschwingfest in Schmerikon. Nun folgte am Nordostschweizer Schwingfest bereits der erste Kranz auf Teilverbandsebene. «Es ist schön zu sehen, dass nach den Rücktritten der Teilverbandskranzer Florian Riget und Pirmin Gmür junge Talente nachkommen», bilanzerte Oertig.
Jubel und Dämpfer nahe beieinander
Während Fäh allen Grund zum Jubel hatte, endete der Wettkampf für Daniel Elmer aus St. Gallenkappel bitter. Auch er war stark in den Tag gestartet. Nach drei Gängen mit zwei Siegen lag er gegen Mittag auf dem aussichtsreichen 4. Zwischenrang. Mit einem weiteren Zehner im vierten Gang baute er seine gute Ausgangslage weiter aus. Danach wurde Elmer im fünften Gang der Berner Spitzenschwinger Fabian Staudenmann zugeteilt. Diesen Kampf verlor er erwartungsgemäss. Die Chance, im sechsten Gang um den Kranz zu schwingen, war aber weiterhin intakt.
Im entscheidenden Kampf traf Elmer auf den Appenzeller Nichtkranzer Sandro Fitze. Elmer, dessen Palmarès bereits 14 Kränze schmücken, unterlag überraschend. Während Fitze vom Nichtkranzer direkt zum Teilverbandskranzer avancierte, fiel Elmer aus den Kranzrängen hinaus.
«Neben der Freude über die Leistung von Simon Fäh schwingt natürlich auch Enttäuschung mit, dass uns heute ein zweiter Kranz verwehrt geblieben ist», sagte Oertig.
Werner Schlegel sichert sich Festsieg
Der Schwingerverband Rapperswil und Umgebung war mit sieben Schwingern am Nordostschweizer Schwingfest vertreten. Sandro Gmür aus Amden, Manuel Weber aus Pfäffikon ZH und Andreas Ziegler aus Kaltbrunn klassierten sich gemeinsam im Rang 14. Noah Weber aus Pfäffikon ZH erreichte Rang 15i, Fadri Widmer aus Benken Rang 16b.
Den Festsieg holte sich Werner Schlegel aus Hemberg. Im Schlussgang bezwang der Wattwiler Eidgenosse seinen Klubkollegen Damian Ott aus Dreien. Schlegel beendete das Fest mit 58.50 Punkten, Ott klassierte sich mit 57.75 Punkten im 2. Rang.
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