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Schlegel trumpfte auf, Gmür trat ab

11./12. April 2026 

Ein attraktives Teilnehmerfeld, ein souveräner Festsieger und ein emotionaler Abschied: Am Verbandsschwingfest des Schwingerverbands Rapperswil und Umgebung kamen die rund 800 Besucherinnen und Besucher in Weesen gleich mehrfach auf ihre Kosten.

 

 

 
Text und Foto: Matthias Dörig

 

Es war ein Rücktritt mit Ansage. Schon im vergangenen Jahr hatte der Ammler Teilverbandskranzer Pirmin Gmür angekündigt, 2026 nur noch das Verbandsschwingfest zu bestreiten und danach seine Laufbahn zu beenden. Daran änderte sich über den Winter nichts. «Ich bringe einfach nicht mehr alles unter einen Hut», sagte Gmür in Weesen und verwies auf Familie, Kinder und den Landwirtschaftsbetrieb, den er im vergangenen Jahr von seinem Vater Karl übernommen hatte. Hinzu komme die Anspannung vor Wettkämpfen. «Ich schlafe schlecht und habe Bauchschmerzen. Darauf kann ich in Zukunft gut verzichten», meinte er mit einem Augenzwinkern.

Zum Abschied zeigte Gmür nochmals einen soliden Wettkampf. Mit drei Siegen und drei Gestellten klassierte er sich im siebten Schlussrang und sicherte sich eine Auszeichnung. Der emotionale Höhepunkt folgte nach dem letzten Gang: Gmür wurde von seinen Verbandskollegen gewürdigt und anschliessend auf besondere Weise verabschiedet. Vater Karl fuhr mit einem umgebauten Nutzfahrzeug vor, holte Pirmin zusammen mit Frau und Kindern ab und drehte eine Ehrenrunde um den Schwingplatz. Der lang anhaltende Applaus zeigte, wie sehr der 20-fache Kranzschwinger dem Publikum in den letzten Jahren ans Herz gewachsen ist.

Schlegel brilliert mit sechs Siegen

Sportlich drückte Werner Schlegel dem Anlass klar den Stempel auf. Der Eidgenosse aus Hemberg gewann alle sechs Gänge und sicherte sich den Festsieg mit 59,50 Punkten in überlegener Manier. Auf dem Weg an die Spitze bezwang er Domenic Schneider, Gian Maria Odermatt, Daniel Elmer, Michael Bernold, Jan Mannhart und im Schlussgang auch Marcel Räbsamen.

Hinter Schlegel klassierte sich Domenic Schneider aus Friltschen TG mit 57,50 Punkten im zweiten Rang. Der Thurgauer Eidgenosse gewann fünf seiner sechs Gänge und musste sich einzig dem späteren Festsieger beugen. Titelverteidiger Marcel Räbsamen aus Müselbach SG belegte mit 57,25 Punkten Rang 3a. Ebenfalls im dritten Schlussrang landeten Andy Signer aus Wittenbach SG und Pascal Heierli aus Horgen ZH.

Seltene Gäste aus dem Thurgau

Eine Besonderheit bildete die vierköpfige Thurgauer Delegation. Weil am gleichen Wochenende üblicherweise das Thurgauer Frühlingsschwinget stattfindet, sind Thurgauer Gäste am Rapperswiler Verbandsschwingfest selten. Umso grösser war die Freude über ihre Teilnahme. Besonderes Augenmerk galt Domenic Schneider und seinem Bruder Mario Schneider aus Rothenhausen. Teilverbandskranzer Mario hielt mit 56,50 Punkten und Rang 6a ebenfalls mit der Spitze mit.

Erfreuliche Bilanz der Gastgeber

Auch aus Sicht der Gastgeber fiel die Bilanz erfreulich aus. Die 20 angetretenen Schwinger des Schwingerverbands Rapperswil und Umgebung überzeugten mit einer starken Mannschaftsleistung, die mit elf Auszeichnungen belohnt wurde. Daniel Elmer aus St. Gallenkappel war mit 57,00 Punkten im vierten Rang bester Einheimischer. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Lukas Steiner aus Rieden, Pirmin Gmür aus Amden, Simon Fäh aus Benken, Manuel Weber aus Pfäffikon ZH, Sandro Gmür aus Amden, Remo Büchler aus Schänis, Andreas Ziegler aus Kaltbrunn, Adrian Bohl aus Uetliburg, Florian Riget aus Schänis und Noah Weber aus Pfäffikon ZH.

Am Abend zog Adi Oertig, Präsident des Schwingerverbands Rapperswil und Umgebung, eine positive Bilanz. Das starke Teilnehmerfeld mit drei Eidgenossen und zahlreichen Teilverbandskranzern, die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Schützenverein Weesen als Co-Veranstalter, trockenes Wetter sowie die gute Stimmung im Publikum hätten den Anlass zu einem gelungenen Fest gemacht.

 

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